Teil 2 Flüchtlinge von heute

Das Bild zeigt die Ankunft einer geflüchteten Familie. Sie steigen gerade aus dem Zug aus. Sie sehen traurig aus, weil sie ihre Heimat verlassen mussten. (Bild: Joy Buchholz, 8)

 

„ ... Im Jahr 2011 fing der Bürgerkrieg in Syrien an.... Im Zug von Italien nach Frankreich wurde ich erwischt, weil ich kein Visum hatte. Drei Tage war ich im französischen Gefängnis.... Eine Kabine in einer Sporthalle war mein zu Hause für fast ein Jahr. Privatsphäre war nicht zu erwarten.... Meine Vorstellung damals war die Deutschen seien rassistisch, seien arbeitssüchtig, also Arbeit sei für sie alles. Dann kam ich in Esslingen an....“ (Ahmad)

 

„ ... Ein Schlepper versicherte uns, dass wir mit einem guten und großen Schiff bis Italien fahren wurden. Das Schiff war ein kleines Dieselboot mit ca. 370 Menschen an Bord.... Am achten Tag endete dieser Albtraum. Wir wurden von einem Containerschiff im Seegebiet zwischen Griechenland und Italien gerettet.... Das Leben in Deutschland ist ganz anders als in Syrien. Hier in Deutschland haben wir Freiheit und können ohne Angst zu haben, unsere Meinung zu äußern....“ (Mohammad)

 

„ ... Mein Name bedeutet in eritreisch "der Gute".... In einem großen LKW versteckten Schlepper uns in einer Kiste unter einem Container, damit wir von der Grenzkontrolle nicht erwischt wurden. Am Tage war die Sahara sehr heiß und nachts wäre ich fast erfroren.... Ich bin froh, dass es ehrenamtliche Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer gibt, die ihre Freizeit opfern, uns, den Flüchtlingen, deutsch beizubringen....“ (Aman)

 

... Vom Beruf bin ich Krankenpfleger, spezialisiert als Hebamme. Anders als in Deutschland ist bei uns in Eritrea Hebamme ein Beruf sowohl für Frauen als auch für Männer.... Ich arbeitete jeden Tag 12 Stunden (8-20 Uhr) in einem eritreischen Krankenhaus. Außerdem wurde ich gezwungen morgens von vier bis acht Uhr in der Armee zu arbeiten.... In Deutschland mache ich in meinem Praktikum die gleiche Arbeit als Krankenpfleger, jedoch ist das System völlig anders. Hier lerne ich auch wie man mit Strukturen, Vorschriften und Verordnungen umgeht....“ (Ali)

 

„ ... Ich komme aus Gambia.... Ein Jahr lang war ich in Italien ohne Papiere. Oft schlief ich auf der Straße. Im Winter litt ich besonders.... Ich erlebe häufiger Vorurteile auf der Straße wegen meiner dunklen Hautfarbe..... Was mir Sorge macht, ist die momentane Situation mit Duldungsstatus. Ständig habe ich Angst, dass jederzeit um Mitternacht, wenn alle noch schlafen, jemand an meine Tür klopft und mir befiehlt, dass ich meine Sachen packe und ich sofort nach Frankfurt gefahren werde....“ (Bubba)

 

„ ... Mit 15 Jahren verließ ich Gambia und begann meine albtraumhafte Flucht.... Ein Mal ging ich in Ungarn durch ein Feld und traf auf zwei Männer. Sie belästigten mich, einer schlug mich. Ich war schwer verletzt.... In München war ich am Ende meiner Kraft. Ich ging zu einer Polizeistation und bat dort um Asyl. Es war mir egal, ob ich wieder im Gefängnis sitzen würde.... Nirgendwo außer in Deutschland erhielt ich von Anfang an eine nette und freundliche Unterstützung. Ich wünsche mir hier in Deutschland, dass ich meine Schule zu Ende bringen kann....“ (Osman

 

Verfasserin: Adiyanti Sutandyo-Buchholz

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