Irini Efthimiadou

(Lehrerin an der GMS der Katharinenschule)

 

Foto: IE

Ich unterrichte seit dem Schuljahr 2014/2015 in der Vorbereitungsklasse (VKL) der Katharinenschule. In diesen Klassen finden ca. 90% Deutschunterricht statt. Zurzeit unterrichte ich eine der 3 VKL der Werkrealschule. In dieser Klasse ist das Deutsch-Niveau „mittel“, d.h. die Schülerinnen und Schüler beherrschen schon ein wenig die deutsche Sprache und sind keine Sprachanfänger mehr.

 

Es war schon immer mein Wunsch Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten. Vergessene Normen und Werte zu vermitteln, die in unserer Gesellschaft einfach wichtig sind.

Für mich als Griechin ist der Unterricht in der VKL ein Spiegelbild meiner selbst. Mein Migrationshintergrund wird von Schülerinnen und Schülern sehr positiv aufgenommen. Ich bin in Esslingen geboren, habe die deutsche UND griechische Schule besucht und weiß daher wie es ist, wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist. Die wichtigste Voraussetzung um Schülern die deutsche Sprache zu vermitteln ist meiner Meinung nach Geduld.

 

Eine der Herausforderungen ist sicherlich die unterschiedlichen Altersstufen in so einer Klasse. Es befinden sich Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 16 Jahren in dieser Klasse. Eine weitere Herausforderung sind die unterschiedlichen Religionen zu akzeptieren. Nicht von meiner Seite – sondern die Schülerinnen und Schüler untereinander. Ihnen Toleranz und Respekt zu vermitteln – und das ZU LEBEN – ist schwieriger denn je. Die schwierigste Herausforderung ist, ALLEN Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Die Schere klafft ziemlich weit auseinander wenn es um die vorhandenen (oder eben nicht vorhandenen) Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler geht. Vom Förderschüler bis zum Gymnasialkind sitzt alles in so einer VKL Klasse. Alle versuchen Deutsch zu lernen. Es kommen momentan sehr viele Jugendliche zu uns, die schwer zu beschulen sind. Sei es, weil sie nie eine Schule besucht haben oder aus anderen Gründen.

 

Wir lachen sehr viel im Unterricht. Da gibt es nichts Besonderes zu erwähnen. Der Alltag mit diesen Kindern ist schon an sich jeden Tag besonders. Die kulturellen Unterschiede sind für mich sehr spannend. Bei bestimmten Themen (z.B. Essen) sieht man erst, wie vielfältig unsere Welt doch eigentlich ist.

 

Die schulischen Rahmenbedingungen erschweren unseren Alltag. Im Vordergrund sollte das Kind mit seinen Bedürfnissen stehen. Diese Bedürfnisse abzudecken ist fast unmöglich geworden. Nehmen wir als Beispiel den Klassenteiler. Bis zu 24 Schülerinnen und Schüler können in so einer VKL aufgenommen werden. Wie oben schon erwähnt, ist die Heterogenität in diesen Klassen enorm hoch. Ein Wunsch wäre es, den Klassenteiler auf 12 zu minimieren.

 

Dadurch dass meine Eltern vor über 40 Jahren nach Deutschland gezogen sind, um zu Arbeiten und letztlich ihre Kinder hier geboren haben, zähle ich zur zweiten Generation. Dementsprechend ist eine multikulturelle Kompetenz schon vorhanden. Gerade in dem Bereich in dem ich unterrichte ist diese Kompetenz von Vorteil. Viele Vorgehensweisen kenne ich aus Griechenland und weiß daher, warum manche Schülerinnen und Schüler bestimmte Dinge tun. Integration und Inklusion müssen gelebt werden, ansonsten sind es nur Buchstaben auf einem Papier.

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