Natalia Zeizinger

(Sprachlehrerin beim Verein "Interkulturelles Forum Esslingen e.V.")

 

 

N. Zeizinger (stehend / Foto: NZ)

 

Zu meiner Person:

Mein Name ist Natascha Zeizinger. Ich komme ursprünglich aus Russland und habe in meiner Heimat Deutsch und Englisch für das Lehramt studiert. Nach meinem Studium habe ich als Übersetzerin und Dolmetscherin in einem großen industriellen Projekt gearbeitet.1998 bin ich mit meiner Familie nach Deutschland gekommen.

 

Während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Dolmetscherpool Esslingen bin ich auf den Verein „Interkulturelles Forum Esslingen e. V.“ (IKF), damals „Ausländer und Deutsche gemeinsam“ (ADG) aufmerksam geworden. Ich habe mich als Sprachlehrerin beworben und kurze Zeit später als Vertretung im Frauenprojekt „Perspektiven“ angefangen. Danach folgte ein Abendkurs bei ADG und Sprachunterricht im ZAK. Mittlerweile bin ich  seit 10 Jahren als Sprachlehrerin tätig.

Foto: NZ

Über meine Arbeit: 

Die Arbeit hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht. Jeder Kurs ist anders und bringt neue Herausforderungen. Mein Arbeitsmotto: professionell, aber mit Herz und Humor! Interkulturelle Kompetenz spielt dabei eine große Rolle. Mein Migrationshintergrund hilft mir,  die Bedürfnisse der Teilnehmer besser zu verstehen und darauf einzugehen. Ich musste auch die Sprache lernen und kann die Lernstrategien aus anderer Perspektive vermitteln. Meine Aufgabe als Lehrerin sehe ich auch darin, meine Erfahrungen  als „gut integrierte Person“ weiterzugeben und die Teilnehmer zu motivieren. Ich bin nicht nur Sprachlehrerin, sondern auch Integrationshelferin und -begleiterin.

 

Meine Erlebnisse:

Lustig: der Kursbeginn. Es ist ein bisschen wie in der ersten Klasse.
Traurig: das Kursende. Abschied nehmen tut immer weh.
„Verrückt“: die Hochzeit eines Kursteilnehmers aus Sri Lanka. Total irre!
Berührend: wenn die Leute sich für den Unterricht und die Geduld bedanken.

 

Meine Arbeit heute:

Momentan unterrichte ich beim IKF in zwei Kursen (Niveau  A1 und B1) . Die Kurse beim „IKF/ADG“ sind etwas Besonderes. Der Unterricht findet nur  zwei Mal in der Woche statt und bietet den langsamen und schwachen Teilnehmern, sowie Frauen mit Kindern  eine gute Möglichkeit, Deutschkenntnisse zu erwerben und zu verbessern. Ich finde es toll, dass die Stadt Esslingen dieses niederschwellige Angebot durch das Referat für Migration und Integration fördert.  Die Kursteilnehmer schätzen die persönliche Atmosphäre im Unterricht und im Verein und fühlen sich sehr wohl. Dies ist ein wichtiger Faktor für den Lernerfolg.

 

Lernerfolg ist für jeden Lehrer ein wichtiges Thema.  Ich versuche mein Bestes zu tun, damit die Kursteilnehmer ihr Ziel erreichen. Meine Aufgabe besteht darin, Ihnen Wege  zu zeigen und sie zu begleiten. Den Weg gehen müssen sie aber selbst. Nicht alle schaffen das. Die Gründe dafür sind verschieden. Besonders in aktueller Situation mit Flüchtlingen muss ich feststellen, dass die Leute aufgrund von  ihren traumatischen Erlebnissen, deprimierender Situation und schlechten Wohnverhältnissen  nicht in der Lage sind, erfolgreich zu lernen. Da kommt man als Lehrer an seine Grenzen. Das macht mir Sorgen.

 

Auch die Situation der DAF-Dozenten finde ich nicht zufrieden stellend. Der Beruf des DAF-Lehrers wurde  in letzter Zeit sehr professionalisiert und es ist enorm wichtig, fachlich fundierten Unterricht zu geben. In diesem Zusammenhang habe ich mich regelmäßig weitergebildet und eine Zusatzqualifikation als Lehrkraft für Integrationskurse erworben. Leider gibt es  bei den meisten Einrichtungen nur Honorartätigkeit für DAF-Dozenten. Wie soll man da junge dynamische Lehrer für diese wichtige Arbeit gewinnen? Ich hoffe, dass die Politik und die Gesellschaft bald adäquate Antworten für dieses Problem finden.

N. Zeizinger (vorner links /Foto: NZ)

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