Glücksmomente

Während des Kriegs wurde mir von meiner Mutter vorgeschwärmt und in der kindlichen Denke fest verankert:  „Nach dem Krieg kaufen wir uns ein halbes Pfund Schinken und essen ihn ohne Brot!“

Sonntag, 20. Juni  1948 - 10.00 Uhr holte ich mein Kopfgeld von DM 40.- ab, fühlte ich mich etwas glücklich, denn bargeldmäßig war in den nächsten Minuten, Stunden niemand reicher als ich. Meine Pflegeeltern betrachteten das Kopfgeld als Grundstock für meinen zukünftigen Reichtum, ich dachte an den Schinken und zweigte 5 DM ab.

Montag danach  -  Pause der Karls-Oberrealschule Bad Reichenhall. Ich verließ die Schule, lief zum Metzger, kaufte 250 gr. Schinken (gab´s plötzlich und wahrscheinlich ohne Marken) war glücklich und verstaute den Schinken zwischen Latein und Englisch.

Bei der Schulspeisung zu Mittag verzichtete ich auf Maisbrei mit Ahornsirup. Im Schulpark aß ich bewusst meinen ersten Schinken und war nicht mehr glücklich. Die Spanne zwischen Erwartung und Geschmack war zu groß. Dazu passt, dass ich vom Hausmeister anschließend gezwungen wurde auch noch den Maisbrei mit Ahornsirup zu essen. Dem fast 14jährigen Kindermagen war dies  zu viel. (Heinz, 81)

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Privat

Im Frühlingswald am Teckberg

Wenn man Anfang April im noch kahlen Laubwald unterwegs ist, sind die Augen ständig auf Suchlauf am Boden, hinweg über das graubraune flächendeckende Laub des Vorjahres. Und da blitzt es auf: kleine intensivblaue Sternchen von Scilla, orangegelbe Blütenkörbchen von Huflattich, blaurotes Lungenkraut,  schwefelgelbe Schlüsselblumen und – besonders aufregend – an einigen Plätzen die schneeweißen Glöckchen der Märzenbecher. Hummeln sind unterwegs, Pollen und Nektar zu sammeln. Unverhofft stößt man auf den Eingang eines Dachsbaus mit frischen Grabspuren. Wenn sich andere mitfreuen, die das alleine vielleicht nicht gefunden hätten, fühlt man sich glücklich. (Wolfgang Roser, 82)

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